27. Februar 2007
READY TO RUMBLE!
Die Deutsche Meisterschaft kann kommen, die Scuderia-Corazza ist bereit.
Peter Corazza greift 2007 wieder in der Deutschen Rallye Meisterschaft (DRM) an. Der Oelsnitzer trifft dabei auf alte und bekannte Gegner, die in den vergangenen Wochen stark aufgerüstet haben. "Aber auch wir haben nicht geschlafen und unseren bekannten Mitsubishi Lancer Evo 7 auf Vordermann gebracht", erklärt Peter. Neben einem Dog-Box-Getriebe setzt Corazza künftig auch auf größere Bremsen und hofft dadurch, mit der Konkurrenz gleichziehen zu können. "Ein kleiner Nachteil wird dennoch bleiben, schließlich geht unser Auto in die vierte Saison."
Neben den Starts in der DRM wird die Scuderia auch bei den nationalen Läufen im Erzgebirge, Vogtland und in Thüringen zu Gast sein. "Ich freue mich auf die neue Saison und kann den Start kaum noch erwarten", fiebert Peter dem Auftakt Ende April entgegen.
Interview "Rallye-Das Magazin" Heft 03
Der Kampf in der Gruppe-N dürfte sich in diesem Jahr deutlich verschärfen. Deine Gegner rücken mit aktuellen Modellen aus, Du scheinst bereits jetzt schon einen Nachteil zu haben…
„Dann werde ich einfach versuchen länger auf dem Gas zu bleiben! Spaß beiseite, wir wollen unser Auto, das immerhin in seine vierte Saison geht, in einigen Punkten verbessern und auf einen guten aktuellen Stand zu bringen. Es wird ein neues Getriebe eingesetzt und natürlich eine größere Bremse. Aber einen technischen Nachteil gegenüber der Konkurrenz wird es trotzdem geben.“
Um schnell zu sein, verlangt die Gruppe-N scheinbar einen sauberen Fahrstil. Du lässt aber kaum einen Drift aus – ein weiterer Nachteil?
„Ich habe eine klare Vorstellung davon, wie Autofahren funktioniert. Das will ich zeigen und gleichzeitig beweisen, dass man mit gut kalkulierten Drifts schnell sein kann und dabei noch halbwegs gut aussieht. Ich werde nichts an meinem Stil ändern, einzig übertreiben darf man es nicht.“
Du hast den Rückstand auf Hermann Gassner fast aufholen können. Aber irgendwie scheint er Dir immer einen Tick voraus zu sein. Verliert man nicht irgendwann die Lust?
„Es ist gut, wenn man klare Ziele hat und ich orientiere mich an ihm. Es ist beeindruckend, welches Umfeld er sich geschaffen hat und es ist jedes Jahr eine große Energieleistung meines gesamten Teams, immer wieder auf sein Level zu kommen.“
World Rally Cars sind in der neuen Meisterschaft nicht mehr punktberechtigt. Die Fans maulen und befürchten unspektakuläre Szenen.
„Keine Sorge. Die Zuschauer können sich auf spannende Kämpfe freuen. Die Spitze wird breiter, die Konkurrenz schärfer und die Leistungen der Fahrer vergleichbarer. Der sportliche Wert wird ansteigen und wir werden wieder mehr an die Grenzen gehen müssen. Wenn es um Sekunden geht, müssen alle auf der letzten Rille fahren. Da wird garantiert genügend Action geboten.“
Du hast mit viel Freude auf das Comeback der DRM reagiert. Mittlerweile hat sich die Euphorie aber wieder etwas gelegt.
„Die Meisterschaft ist eigentlich noch nicht greifbar. Es passiert einfach viel zu wenig. Es kann nicht sein, dass es immer nur in den Händen der Veranstalter liegt, ob etwas berichtet wird. Doch von Seiten des DMSB kommt im Moment herzlich wenig und das zwei Monate vor dem Saisonstart. Manchmal frage ich mich, ob manche Leute wissen, wie die Sponsorensuche, speziell für kleinere Teams, funktioniert.“
Das nötige Budget für eine Rallyesaison zu stemmen ist jedes Jahr eine große Herausforderung, verbunden mit vielen Rückschlägen. Wie motivierst Du Dich immer wieder? Woher kommt Deine Begeisterung?
„So etwas bekommst Du in die Wiege gelegt. Als kleiner Junge bin ich mit dem Fahrrad an die Prüfungen der Wismut-Rallye gefahren und als die Fahrer durch die Kurve drifteten, war das für mich das Höchste der Gefühle. Es gab Nachtetappen, die Scheinwerferlichter blendeten, die Zuschauer schrien und der Dreck spritzte. Da bekomme ich heute noch Gänsehaut. Außerdem ist im Rallyesport nicht nur die Technik entscheidend, sondern auch der fahrerische Einsatz. Man sieht eben, wer es fliegen lässt und wem das Herzchen flattert. Und genau das ist es, warum ich unseren Sport so liebe.“